Forschungsorientierte Lehrprojekte

 

Die Welt in der Region - Projekt Prize Papers in der studentischen Forschung.

 

 

Eine globale Mikrogeschichte schließt die Verknüpfung internationaler Bestände wie der Prize Papers mit lokaler Forschung ein. Ausgehend von der Verflechtung der nordwestdeutschen Region mit den globalen Handelsströmen der Frühen Neuzeit bieten die Bestände der niedersächsischen Staatsarchive hervorragendes Material zu Ergänzung der Prize papers. Besonders gute Kontakte bestehen dabei in Forschung und Lehre zu den Staatsarchiven in Aurich und Oldenburg. Ein Ziel des Projektes ist es, die globale Mikrogeschichte in der studentischen Forschung zu verankern. Dies erfolgt in Kooperation mit dem an der Universität Oldenburg ansässigen Projekt „Forschungsbasierte Lehre im Fokus“ (FLiF).

 

In Forschungsseminaren entwickeln Studierende eigene Forschungsprojekte anhand archivarischer und digitalisierter Quellen. Ziel ist dabei ein Mehrwert sowohl für die Forschung als auch für die Lehre, indem zum einen Quellen durch die Studierenden zugänglich gemacht werden, und zum anderen eine Heranführung der Studierenden an die Forschung stattfindet. Möglichkeiten zur Publikation herausragender studentischer Forschungsbeiträge bietet das dem FLiF- Projekt angegliederte online-Journal „forsch“.

 

Darüber hinaus bietet die forschungsbasierte Lehre eine Plattform zur Entwicklung von Exposés für Bachelor- und Masterarbeiten, die direkt in das Projekt integriert werden und eine Grundlage eigener Promotionsprojekte darstellen können.

 

Themenstellungen der den Prize Papers angegliederten Lehrveranstaltungen sind etwa der Alltag in Kolonie und Heimatregion, Kaperfahrer, Seeleute, Schmuggel, Globalisierung, Familie, Seefahrt und Reise sowie die Bedeutung kleiner Städte und Sielhäfen für die Modernisierung und Globalisierung des Hinterlandes.

 

Februar 2016: Exkursion Forschungsorientiertes Lehren und Lernen Ziel dieser Exkursion unter der Leitung von Dr. Jessica Cronshagen ist es, zunächst in einer vorbereitenden Sitzung eine Fragestellung im Bereich der Global- bzw. Kolonialgeschichte zu entwerfen, die innerhalb der Exkursion weiterentwickelt wird. Nach einer intensiven Einführung in den Bestand vor Ort soll die eigene Fragestellung selbstständig anhand der Prize Papers weiterverfolgt werden. Vor Ort besteht die Möglichkeit, Dokumente für die Masterarbeit zu sichten und gegebenenfalls abzufotografieren.

In den National Archives wird den Exkursionsteilnehmern ein eigener Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Die Arbeit wird von Archivaren vor Ort begleitet.

 

13.Januar 2016: Schülerlabor "Globale Kommunikation, Selbstdarstellung und Wissensvernetzung – ein Phänomen der Gegenwart?"

 

In Kooperation mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst. dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg und der OBS Eversten

 

Facebook, Wikipedia und WhatsApp – die globale Vernetzung von Kommunikation und Wissen gehört inzwischen zu unserem Alltag. Jeder ist jederzeit in Sekunden erreichbar und man benötigt nur wenige Klicks, um allgemeine Informationen zu fast jedem Thema zu erhalten. Doch wo liegen die Ursprünge dieser globalen Kommunikationsgesellschaft? Im 17. und 18. Jahrhundert erlaubten technische und strukturelle Fortschritte es, immer größere Mengen an Briefen, Kleidungs- und Stoffmustern, Münzen, (Blumen-)Samen, getrocknete Pflanzen und vielem mehr, in immer kürzer werdenden Abständen auf dem Seeweg an Absender in der ganzen Welt zu verschicken. Ein in diesem Umfang einzigartiger Bestand von über 4 000 Kisten sind bis in die Gegenwart erhalten geblieben und werden seit 2012 von einem Team der Universität Oldenburg unter Leitung von Prof. Dr. Dagmar Freist in einem europäisch vernetzten Projekt ausgewertet. (Für mehr Informationen zum Bestand siehe: www.prizepapers.de)

In Zusammenarbeit mit dem Edith-Russ Haus, dem Kulturbüro und der OBS Eversten wird am 13.01.2016 in der Villa GeistReich ein Workshop angeboten, in dem die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Vielfalt dieses einzigartigen Bestandes bekommen können. Es werden Methoden entwickelt, mit denen die Ursprünge unserer modernen Kommunikation entdeckt und die Quellen auf verschiedenste Weise befragt werden können. Die Briefe erlauben nicht nur eine kritische Auseinandersetzung mit Kommunikationsgeschichte, sondern bieten vor allem einen faszinierenden Einblick in das alltägliche Leben in der frühen Neuzeit. Selbstportraits, welche den heutigen Selfies nicht unähnlich sind, Liebesbriefe, Heiratsanträge, exotische Reisebeschreibungen, aber auch die Angst vor Krankheiten, Ausgrenzung und Rassismus werden in diesem vielseitigen Workshop für die Schülerinnen und Schüler greifbar gemacht.

 

 

Den ausführlichen Ankündigungstext finden Sie hier.

Juni/ Juli 2015: Exkursion Forschungsorientiertes Lehren und Lernen Bei der Exkursion unter Leitung von Prof. Dr. Dagmar Freist und Prof. Dr. Gerd Steinwascher aus Oldenburg und Dr. Amanda Bevan (TNA) erhielten 10 Studierende aus Oldenburg die Gelegenheit, im Bestand vor Ort eigene Fragestellungen selbstständig zu entwickeln. Begleitet wurde die Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern (Doktoranden) des Oldenburger PrizePapers Forschungsteams.

 

Nach einer intensiven Einführung in den Bestand, seine Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte, sowie zur Rekonstruktion der Kontexte der überlieferten Dokumente, konnten die Studierenden Dokumente für Abschlussarbeiten sichten und abfotografieren.

 

Vor dem Hintergrund des Digitalisierungs- und Erschließungsvorhabens der Prize Papers bot die Exkursion die Möglichkeit, Rechercheabläufe in der bereits vorhandenen oberflächlichen Erschließung durch relativ ungeübte Nutzer zu evaluieren und die für die vorgesehene Tiefenerschließung entwickelten Kategorisierungen der Dokumente, Metadaten und Verschlagwortungen zu testen, kritisch zu reflektieren und zu überarbeiten.

kontakt@prizepapers.de

 

 

+ 49 (0)441 798 4761

 

 

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Fakultät IV - Institut für Geschichte

Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit

Ammerländer Heer Straße 114-118

 

 

D - 26129 Oldenburg