Erschließung und Digitalisierung

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Fakultät IV - Institut für Geschichte

Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit

Ammerländer Heer Straße 114-118

 

 

D - 26129 Oldenburg

 
 
 

Nach seiner bisher sehr bewegten Geschichte, die den Bestand aus Postsäcken im Tower of London zunächst über das Public Record Office in London schließlich an seinen jetzigen Aufbewahrungsort in den National Archives in Kew mehrmals umziehen ließ, verwundert es wenig, dass die Papiere und Artefakte sich nicht mehr in ihren ursprünglichen Überlieferungszusammenhängen befinden und diese rekonstruiert werden müssen. Für eine systematische Arbeit und Forschung am Bestand ist eine tiefe Erschließung und die vollständige Beschreibung in Weiterführung erfolgter Pionierarbeiten niederländischer Partner notwendig. Um den Bestand für die internationale Forschung in seiner Komplexität zugänglich zu machen, wird eine vollständige Digitalisierung und Veröffentlichung des Bestandes auf einer online-Datenbank angestrebt.

 

Das Prize Papers-Forscherteam der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg unter der Leitung von Prof. Dr. Dagmar Freist unterstützt die National Archives in ihren Bemühungen zum Erhalt des Bestandes und arbeitet an Erschließungs- und Digitalisierungsprojekten des Materials. Hierbei soll auch die physisch-materiale Beschaffenheit der Dokumente und Artefakte Berücksichtigung finden.

 

Auf diesen Seiten möchten wir Sie über die Aktivitäten und Fortschritte in diesem Bereich informieren.

20.-24. Februar 2017: Sortierung und Katalogisierung zweier Teilarchive Die Woche diente zur Sortierung und Katalogisierung der Teilbestände zu den Projekten "Das Geheimnis des Erfolgs:

Kaufmännische Briefschaften zur Mitte des 18. Jahrhunderts" (Lucas Haasis) und "Pragmatische Mission oder: Das Problem der irdischen Freiheit. Die Herrnhuter Missionare Surinams als Abolitionisten und Sklavenhalter." (Dr. Jessica Cronshagen).

 

In diesem Testlauf konnte anhand der über die Bearbeitung der Teilprojekte bereits gesichtete, zusammenhängende Bestände in eine neue, ihrem Zusammenhang entsprechende Sortierung überführt werden. Im Zuge der Sortierung konnte des Weiteren das entwickelte Signaturen-System auf das Material angewandt und so in seiner Tragfähigkeit überprüft und erweitert werden.

 

Anhand dieser Testläufe konnten die Arbeitsabläufe zur Sortierung sowie die eindeutige Zuweisung von Signaturen zur physischen Einheit erprobt und ausgereift werden.

 

 

 

September 2016: Testlauf der Arbeitsabläufe des geplanten Digitalisierung- und Erschließungsprojektes In einer mehrtägigen Testphase werden die Arbeitsabläufe in provisorisch eingerichteten Arbeitsplätzen in den National Archives erprobt. Anhand mehrerer Boxen von Material, die repräsentativ für den Bestand sind, wird die Zusammenarbeit zwischen der Sortierung, Ersterfassung und -beschreibung, den Fotographen und den für die Digitalisierung notwendigen Aufbereitungsmaßnahmen des Materials durch Mitarbeiter der National Archives aufeinander abgestimmt. Hard- und Software werden in der tatsächlichen Anwendung getestet. Ergebnisse des Testlaufs werden in der Folge in die Überarbeitung der Arbeitsabläufe und Hard- und Software-Konfigurationen einfließen.

 

April/ Mai 2016: IT- Workshop In diesem Workshop werden die in Vorarbeiten durch das Projektteam entwickelten Konzepte zu Eingabesoftware, Datenmodell, Retrieval-Möglichkeiten und Anforderungen der Datenbank und Darstellungsoptionen zur Diskussion gestellt. Beteiligt sind hier Archivare als Experten für die Erfassungsanforderungen, Historiker verschiedener Fachrichtungen als forschungsorientierte Nutzer sowie IT-Experten, die die technische Umsetzung erarbeiten. Berücksichtigung findet auch hier der Umgang mit der Materialität des Bestandes und seine digitale Darstellbarkeit und Auffindbarkeit.

 

Darüber hinaus wird der Workflow die technischen Schnittstellen zwischen Hard- und Software bei der Erstellung und Verarbeitung von Digitalisaten erprobt von der Erfassung erster Metadaten in der Sortierung des Materials über die Erstellung und Verarbeitung der Digitalisate bis zur Bereitstellung der entsprechenden Verknüpfung in der online-Datenbank, sowie schließlich die Kompatibilität zu großen Archivportalen wie der DEUTSCHEN DIGITALEN BIBLIOTHEK (DDB) und EUROPEANA erprobt.

 

Februar 2016: Exkursion Forschungsorientiertes Lehren und Lernen Ziel dieser Exkursion, die sich an Masterstudierende und angehende Doktoranden richtet, ist es, in einem Dreiklang von Einarbeitung in den aktuellen Forschungsstand, Formulierung eines wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses im Bereich der Global- und Transmaritim Geschichte, und Theorie geleiteter Methodenreflexion, die Einbeziehung von Originalquellen in den Forschungsprozess durch einen Forschungsaufenthalt in den National Archives zu ermöglichen.

Nach einer intensiven Einführung in den Bestand vor Ort wird die eigene Fragestellung selbstständig anhand der Prize Papers weiterverfolgt werden. Vor Ort besteht die Möglichkeit, Dokumente für die Masterarbeit zu sichten und gegebenenfalls abzufotografieren.

In den National Archives wird den Exkursionsteilnehmern ein eigener Arbeitsraum zur Verfügung gestellt. Die Arbeit wird von Archivaren vor Ort begleitet.

Die Exkursion wird von Nachwuchswissenschaftlern (Postdoc) aus dem Projektteam Prize Papers in Oldenburg geleitet. Vor dem Hintergrund des Digitalisierungs- und Erschließungsvorhabens der Prize Papers bietet die Exkursion erneut die Möglichkeit, Rechercheabläufe in der bereits vorhandenen oberflächlichen Erschließung zu evaluieren und die für die vorgesehene Tiefenerschließung entwickelten Kategorisierungen der Dokumente, Metadaten und Verschlagwortungen zu testen, kritisch zu reflektieren und zu überarbeiten.

12. November 2015: Workshop on 'Materiality of Letters' and 'Letter Locking'

In den Räumlichkeiten der Konservatoren der National Archives, Kew, findet ein Workshop mit Konservatoren und Historikern zum Thema Materialität von Dokumenten, insbesondere Briefen, statt. Besonderes High-Light des Workshops war eine "Hands on"- Sequenz, in der der Letter Locking Spezialist Dr. Daniel Straza-Smith, Universität London, die Teilnehmer selbst Briefe falten und 'verschließen' ließ. In der praktischen Erfahrung wurde so deutlich, dass materiale Aspekte wie Schlitze im Papier, bestimmte, ungewöhnlich erscheinende Falzen und Faltmethoden, Aussparungen und ähnliches nicht zufällig entstanden, sondern auf Praktiken zur Geheimhaltung in der Informationsübermittlung zurückzuführen sind.

Ziel des Workshops war ein Erfahrungsaustausch der verschiedenen Fachbereiche mit ihren jeweiligen Perspektiven auf die physischen Aspekte des Materials. Diskutiert wurde der wissenschaftliche Mehrwert einer Betrachtung der Materialität sowie die Möglichkeiten zur Dokumentation und Präsentation physischer und nicht-textlicher Merkmale von Briefen.

Im Interview hier Prof. James Daybell, Professor of Early Modern British History, Plymouth University, und Autor von "The Material Letter: Manuscript Letters and the Culture and Practices of Letter-Writing in Early Modern England, 1580-1635, Palgrave, 2012", sowie Dr. Daniel Starza Smith, Lincoln College University of London, und Mitglied im internationalen Forscherteam des Digitalisierungsprojekts 'Signed, Sealed & Undelivered'. Das Projekt erschließt die kürzlich wiederentdeckten 2600 Briefe des niederländischen Postmeistersdie Brienne. Mit Hilfe neuer Digitalisierungsverfahren sollen selbst die zum Teil noch ungeöffneten Briefe erfasst und präsentiert werden, ohne ihren Überlieferungszustand zu ändern, d.h. auf eine Öffnung soll verzichtet werden.

(siehe brienne.org).

September 2015: Archivaufenthalt zur Abstimmung von Arbeitsabläufen Zur umfassenden Erschließung und Digitalisierung der Prize Papers wurde auf dem Papier ein Arbeitsablauf entwickelt, der die Bearbeitung von der Sortierung über die Digitalisierung bis hin zur Tiefenerschließung umfasst und organisiert. Da einzelne Schritte ineinander greifen, manche sich im Verlauf wiederholen und je nach der physischen Beschaffenheit einzelner Dokumente eine Aufbereitung und/ oder die zusätzliche Aufnahme materialer Eigenschaften für den Projektschwerpunkt der Materialität anfallen können und die Arbeitsabläufe verkomplizieren, wird im September unter Leitung der Projektkoordinatorin Christina Beckers ein erster Testlauf vor Ort durchgeführt.

 

Darüber hinaus wird ein Signatur-System entwickelt und festgelegt, welches bei einer vollständigen Erschließung jedem Dokument eine eigene Signatur zuweisen und physisch kennzeichnen wird. Dadurch wird die eindeutige Identifikation der Dokumente gewährleistet.

Schließlich wird ein weiteres Pilot-Projekt initiiert, welches die Suche nach Zeichen und Bildern in digitalisierten Beständen der Prize Papers ermöglichen soll.

Juni/ Juli 2015: Exkursion Forschungsorientiertes Lehren und Lernen Bei der Exkursion unter Leitung von Prof. Dr. Dagmar Freist und Prof. Dr. Gerd Steinwascher aus Oldenburg und Dr. Amanda Bevan (TNA) erhielten 10 Studierende aus Oldenburg die Gelegenheit, im Bestand vor Ort eigene Fragestellungen selbstständig zu entwickeln. Begleitet wurde die Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern (Doktoranden) des Oldenburger Prize Papers Forschungsteams.

 

Nach einer intensiven Einführung in den Bestand, seine Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte, sowie zur Rekonstruktion der Kontexte der überlieferten Dokumente, konnten die Studierenden Dokumente für Abschlussarbeiten sichten und abfotografieren.

 

Vor dem Hintergrund des Digitalisierungs- und Erschließungsvorhabens der Prize Papers bot die Exkursion die Möglichkeit, Recherchenabläufe in der bereits vorhandenen oberflächlichen Erschließung durch relativ ungeübte Nutzer zu evaluieren und die für die vorgesehene Tiefenerschließung entwickelten Kategorisierungen der Dokumente, Metadaten und Verschlagwortungen zu testen, kritisch zu reflektieren und zu überarbeiten.

26.Januar 2015/ 30.Juni 2014/ 27.März 2014 Meetings European Prize Papers Researchers, DHI London Neben den Aktivitäten mit den niederländischen Kollegen treffen sich hier erstmals einige, bereits mit den Beständen der Prize Papers forschende und vom Forschungszusammenhang an dem Bestand interessierte Wissenschaftler aus den Niederlanden, aus Frankreich, aus Spanien, aus Österreich, aus Deutschland und aus Großbritannien, um gemeinsam Forschungsinteressen auszutauschen, Projektideen zu entwickeln und Fördermöglichkeiten zu sondieren. Die Forschergruppe ist ebenfalls im Portal EUROPP.net organisiert.

 

7. Januar 2015: Meeting Prize Papers Board, TNA und Forschungsteam Prize Papers Oldenburg Ziel des Meetings war es, erstmals alle an einer vollständigen Erfassung und Digitalisierung der Prize Papers beteiligten Departments der National Archives sowie die Vertreter des Forschungsteams aus Oldenburg an einen Tisch zu holen, Interessen auszutauschen und abzustimmen und die Grundlagen für die Durchführung eines umfassenden Digitalisierungsprojektes abzustimmen.

6. - 8. Oktober 2014: Internationale und interdisziplinäre Konferenz "All at Sea" - The Prize Papers as a Source for Global Microhistory, TNA, Kew, London. Die internationale Konferenz bringt erstmals zahlreiche Forscher zusammen, die bereits mit Beständen der Prize Papers gearbeitet haben oder deren Expertisen unterschiedliche Perspektiven auf die Prize Papers eröffnen. Im Rahmen der Konferenz wird das Portal EUROPP.net für die weitere internationale Vernetzung präsentiert.

 

Die Konferenz wird in Kooperation der National Archives (TNA), des Deutschen Historischen Instituts (DHI), London, der Huygens ING, und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Geschichte, durchgeführt.

 

Weiter zum Konferenzprogramm und zum Konferenzbericht.

23./24. Juni 2013: Meeting Prize Papers Konsortium, Den Haag. Die Treffen des Prize Papers Konsortiums, Niederlande, war eine Fortsetzung des wissenschaftlichen Austausches über laufende und geplante Forschungsprojekte. Ein Ergebnis des Meetings ist die Vorbereitung einer ersten internationalen Konferenz ("All at Sea"). Diese sollte für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA, die mit dem Material der Prize Papers bereits arbeiten oder für deren Forschungsausrichtung die Prize Papers von Interesse sind, eine Plattform zum interdisziplinären Austausch bieten.

8. - 15. Mai 2013: Archivaufenthalt, Forschungsteam Oldenburg in TNA Der erneute Archivaufenthalt der Prize Papers Forschungsteams Oldenburg unter Leitung von Prof. Dr. Dagmar Freist in den National Archives, Kew, diente der Vorbereitung eines ersten Digitalisierungsvorhaben, welches gefördert durch die Gerhard Ten Doornkaat Koolmann-Stiftung sieben Boxen, deren Inhalt auf die nordwestdeutsche Region und ihre Verknüpfung im frühneuzeitlichen Kolonialgefüge verweisen, erfasste. Neben Forschungsprojekten, die anhand des digitalen Materials eben jene Integration der Region in und die Interaktion der Region mit dem Globalen in den Blick nehmen, dient dieser nunmehr digital vorliegende Teilbestand zur Erprobung verschiedener Arbeitsschritte eines angestrebten großangelegten Digitalisierungsprojekts: so kann die Erst- und Tiefenerschließung anhand von Digitalisaten evaluiert und geübt werden, Erfassungsvokabulare, -kategorien und -masken weiterentwickelt und die technischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Speicherung und Präsentation von Digitalisaten unterschiedlicher Qualitätsstufen getestet werden.

30. November/ 1. Dezember 2012: Meeting Prize Papers Konsortium, Den Haag. Die Treffen des Prize Papers Konsortiums, Niederlande, dienen einem ersten Austausch über laufende und geplante Forschungsprojekte. Während das Prize Papers Konsortium sich ausschließlich auf die niederländischen Bestände in den Prize Papers konzentriert, verfolgt das Prize Papers Forschungsteam der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eine Fokussierung auf die europäische und globale Dimension der Prize Papers. Zu diesem Vorhaben werden erste Gespräche mit angereisten Vertretern der National Archives und dem Oldenburger Forschungsteam geführt.

 

5. - 12. November 2012: Archivaufenthalt Prize Papers Forschungsteam der Carl von Ossietzky Universität in TNA Im November 2012 kann eine Gruppe von fünf Doktoranden und einem PostDoc mit Hilfe einer Projektanschubsfinanzierung der Carl von Ossietzky Universität erstmals in die National Archives in Kew, London, reisen, um den Bestand vor Ort zu erkunden.

Bei der Durchsicht einer Stichprobe von etwa 50 Boxen kann so das Material hinsichtlich der zu erwartenden Quellentypen untersucht werden. Darüber hinaus unterstreicht die vorgefundene geographische Reichweite und sprachliche Vielfalt des Bestandes seine Bedeutung als europäisches Kulturerbe mit globaler Dimension.

 

11.-16. Juni 2012: Archivaufenthalt in TNA, Kew, London, durch Prof. Dr. Dagmar Freist, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg für eine erste Stichprobenhafte Sichtung der Prize Papers. Der Aufenthalt diente dazu, einen ersten Eindruck der Überlieferungssituation, der physischen Beschaffenheit und der Bandbreite der Quellen, der Sortierung und der Recherchenmöglichkeiten zu erhalten.